Schmerz verstehen und anders begegnen
Ernährungsdiagnostikerin, Hypnose- und Schmerztherapeutin Jeanette Siegenthaler über Schmerzhypnose, Grenzen und neue Wege im Umgang mit Schmerz.
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Schmerz ist ein Warnsignal des Körpers und gleichzeitig für viele Menschen tägliche Belastung. Doch was kann Hypnose bei Schmerzen überhaupt leisten? Wo liegen die Grenzen? Und warum geht es dabei um einen anderen, oft wirksameren Umgang mit Schmerz? Wann und für wen Schmerzhypnose sinnvoll ist, warum die medizinische Abklärung zunächst an erster Stelle steht und weshalb viele Menschen Schmerzen viel zu lange einfach nur aushalten.
Was genau ist eine Schmerzhypnose?
Schmerz ist etwas sehr Subjektives und vor allem etwas Reales. Es geht in der Schmerzhypnose nicht darum, Schmerzen kleinzureden oder so zu tun, als würde sich jemand etwas einbilden. Es geht darum, einem bereits vorhandenen Schmerz anders zu begegnen und ihn so zu beeinflussen, dass er für den Menschen tolerierbarer wird.
Wann ist Schmerzhypnose überhaupt möglich?
Die oberste Voraussetzung ist immer eine medizinische Abklärung. Das ist für mich nicht verhandelbar. Wenn jemand zum Beispiel ständig Kopfschmerzen hat, kann ich nicht einfach hypnotisch daran arbeiten, ohne zu wissen, was dahintersteckt. Es könnte etwas sein, das medizinisch behandelt werden muss. Deshalb gilt: Erst abklären, dann mit Hypnose arbeiten. Schmerz ist zunächst immer ein Schutzsignal des Körpers. Und dieses Signal muss ernst genommen werden.
Heisst das, Menschen mit Schmerzen dürfen sich zunächst nicht an dich wenden?
Doch. Jeder Mensch mit Schmerzen darf sich melden und seine Beschwerden schildern. Aber ich arbeite professionell und verantwortungsvoll. Wenn Unsicherheiten bestehen oder eine ärztliche Abklärung fehlt, dann gehört genau das zuerst auf den Weg gebracht. Hypnose ist keine Abkürzung an der Medizin vorbei. Sie ist eine Ergänzung, wenn klar ist, worum es geht.
Wie wirkt Schmerzhypnose dann konkret?
Es gibt grundsätzlich zwei Wege. Der erste ist die direkte Arbeit mit dem Schmerz. Dabei bleibt die Ursache bestehen, aber der Mensch lernt, den Schmerz anders wahrzunehmen. Wenn jemand seinen Schmerz auf einer Skala konstant bei acht erlebt, kann das Ziel sein, ihn auf fünf oder später auf drei zu bringen. Der Schmerz ist dann nicht magisch verschwunden, aber er wird weicher, erträglicher, weniger dominant. Das kann im Alltag enorm viel verändern.
Das bedeutet, Schmerzhypnose arbeitet oft eher am Umgang mit dem Schmerz als an seiner Ursache?
Genau. Das muss man ehrlich sagen. Bei vielen chronischen oder bleibenden Schmerzen geht es nicht darum, eine Ursache wegzunehmen, die vielleicht längst bekannt oder nicht mehr veränderbar ist. Denken Sie an rheumatische Schmerzen, Phantomschmerz, chronische Beschwerden nach Verletzungen oder Schmerzen, die immer wieder durch Wetterumschwung aufflammen. Dann ist die zentrale Frage: Wie kann ich damit leben, ohne dass dieser Schmerz mein ganzes Leben bestimmt? Genau dort kann Hypnose sehr wertvoll sein.
Und der zweite Weg?
Der zweite Weg ist die indirekte Arbeit mit Schmerz. Da geht es um psychosomatische Zusammenhänge. Also um Schmerzen, die mit Angst, Anspannung, innerem Druck oder ungelösten Themen verbunden sind. Klassische Beispiele sind Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Rückenschmerzen oder Druckgefühle in Belastungssituationen. Dann arbeite ich nicht direkt mit dem Symptom, sondern mit dem, was darunterliegt: Angst, Unsicherheit, innere Überforderung, manchmal auch alte Prägungen. Wenn sich dort etwas löst, verändert sich oft auch der Schmerz.
Woraus setzt sich Schmerz als Körpersignal zusammen?
Ganz genau. Schmerz ist häufig ein Zusammenspiel aus Nervensystem, Emotion, Aufmerksamkeit, innerer Anspannung und körperlicher Wahrnehmung. Deshalb ist es oft zu kurz gedacht, nur das Symptom wegdrücken zu wollen. Natürlich kann das kurzfristig nötig sein. Aber wenn ein Mensch verstehen will, warum sein Körper immer wieder auf diese Weise reagiert, dann muss man tiefer schauen.
Viele Menschen greifen bei Schmerzen schnell zu Tabletten.
Das erlebe ich sehr häufig. Viele Menschen drücken Schmerzen weg, weil sie funktionieren müssen oder glauben, keine Zeit dafür zu haben. Kopfschmerztablette rein, weitermachen. Schmerzmittel rein, weitermachen. Das Problem ist: Der Körper sendet ja nicht ohne Grund ein Signal. Wenn ich dieses Signal dauerhaft nur wegdrücke, ohne genauer hinzusehen, verschiebt sich das Thema oft. Dann kommen Überlastung, Schlafstörungen, Erschöpfung oder chronische Beschwerden dazu.
Was ist der Unterschied zwischen einer klassischen Hypnose und einer Schmerzhypnose?
Das Vorgespräch und die Anamnese sind bei Schmerz anders. Ich muss viel genauer erfassen, wie der Schmerz aussieht, wie lange er da ist, was medizinisch schon geklärt wurde, wann er auftritt, was ihn beeinflusst und welche emotionale Belastung damit verbunden ist. Die direkte Arbeit mit Schmerz ist eine eigene Technik. Wenn der Schmerz psychosomatisch geprägt ist, arbeite ich im Prinzip mit klassischer Hypnose – also mit den Themen, die hinter dem Symptom stehen.
Ist der Erfolg messbar?
Schmerz ist immer subjektiv. Deshalb arbeite ich oft mit Skalen. Vor der Hypnose frage ich: Wie stark ist der Schmerz gerade von eins bis zehn? Danach frage ich wieder. Das ist keine Laborzahl, aber es ist für den betroffenen Menschen sehr klar spürbar. Und genau darum geht es im Alltag: Ist der Schmerz weniger dominant? Ist er weicher? Komme ich wieder besser durch den Tag? Kann ich wieder ruhiger schlafen? Das sind relevante Veränderungen.
Wie schnell kann so etwas wirken?
Das hängt stark vom Thema und vom Menschen ab. Hypnose ist keine Zauberei. Was in der Sitzung erarbeitet wird, muss über Selbsthypnose und Wiederholung gefestigt werden. Wenn ich mit einem Menschen einen hilfreichen inneren Zugang finde und dieser regelmäßig angewendet wird, ist das wirksam. Wenn jemand denkt, eine Sitzung reicht für immer, dann kann die Wirkung auch wieder abflachen. Es ist wie bei vielen anderen Dingen auch: Man muss den neuen Weg trainieren.
Sie sagen klar: Hypnose braucht Mitarbeit.
Unbedingt. Hypnose ist kein passives Konsumprodukt. Der Mensch selbst bleibt der entscheidende Teil des Prozesses. Ich gebe Werkzeuge, Anker, neue Zugänge. Aber nutzen muss sie der Klient selbst. Genau darin liegt ja auch die Stärke: Der Mensch erlebt, dass er Einfluss nehmen kann.
Für wen ist Schmerzhypnose besonders interessant?
Für Menschen mit medizinisch abgeklärten Schmerzen, die ihren Alltag deutlich belasten. Für Menschen mit chronischen Beschwerden, die lernen möchten, anders mit Schmerz umzugehen. Und auch für diejenigen, die immer wieder hören: Man findet nichts, aber es tut trotzdem weh. Gerade da kann es sinnvoll sein, sich den psychosomatischen Anteil genauer anzuschauen. Nicht als Abwertung, sondern als ernsthafte Spur.
Was möchten Sie Menschen sagen, die schon lange mit Schmerzen leben?
Schmerz muss ernst genommen werden. Aber er muss nicht automatisch die vollständige Kontrolle behalten. Es gibt Wege, den Umgang damit zu verändern. Für manche ist genau das der Punkt, an dem wieder mehr Lebensqualität möglich wird.
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Ort:
Jeweils donnerstags in Winterthur oder online
Konditionen:
CHF 270.- pro Sitzung, Dauer 1,5 Stunden
CHF 199.- für jede folgende Hypnose, Dauer 1,5 Stunden
CHF 599.- 3er Paket
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