NEU IN USTER! Hypnosetherapie mit Jeanette Siegenthaler: „Hypnose ist für mich echte Veränderungsarbeit“
Moderne Hypnosetherapie wird für viele Menschen in Uster und der Region Zürich zunehmend interessant – sei es bei Stress, Angst, Schmerzen, mentaler Erschöpfung oder im Bereich Sporthypnose. Im Interview erklärt Jeanette Siegenthaler, was ihr die Omni-Ausbildung gebracht hat, wie Hypnosetherapie wirkt, was sich heute verändert hat und warum Uster ein sinnvoller Standort für mentale Gesundheit ist. Jetzt Termin buchen.
Der neue Hynosestandort in Uster im SanaFlor Gesundheitszentrum. 1. Stock in der ShenShiatsu Praxis S. Schneider. Loren-Allee 22 in 8610 Uster West
Du hast dich zuletzt intensiv mit der Omni-Ausbildung beschäftigt. Was hat dir diese Ausbildung gebracht?
Jeanette Siegenthaler: Ich komme aus einer langjährigen Praxiserfahrung in der Hypnose und hatte für mich den Anspruch, mein Fachwissen gezielt zu vertiefen und aufzufrischen. Über die Sporthypnose bin ich zunächst mit Omni in Berührung gekommen und habe dort viele Werkzeuge kennengelernt, die sich unmittelbar in den Praxisalltag übertragen lassen. Das hat mich überzeugt. Entscheidend war für mich, mein bestehendes Fundament zu erweitern, neue Techniken dazuzulernen und mit einem deutlich größeren Repertoire in die therapeutische Arbeit zu gehen.
Was hat sich aus Ihrer Sicht in der Hypnosetherapie in den vergangenen Jahren verändert?
Jeanette Siegenthaler: Vor allem die Offenheit der Klientinnen und Klienten hat zugenommen. Hypnose wird heute deutlich zugänglicher wahrgenommen als noch vor einigen Jahren. Das hängt auch damit zusammen, dass mehr darüber gesprochen wird, dass sie in psychotherapeutischen Kontexten eingesetzt wird und dass auch Ärztinnen, Ärzte oder Zahnärzte ihr gegenüber offener sind.
Wenn Menschen gut aufgeklärt werden und ein sauberes Vorgespräch stattfindet, ist die Bereitschaft meist sehr hoch. Gleichzeitig braucht es weiterhin viel Aufklärungsarbeit. Für mich persönlich hat sich der Fokus ebenfalls geschärft: Ich arbeite heute noch konsequenter aufdeckend. Mich interessiert nicht nur die Symptomreduktion, sondern der Punkt, an dem etwas begonnen hat – also die Wurzel eines Problems. Wenn es gelingt, diesen Ursprung präzise zu erreichen und aufzulösen, verändert das sehr viel.
Worin unterscheidet sich Hypnosetherapie von Coaching oder klassischer Medizin?
Jeanette Siegenthaler: Die klassische Medizin behandelt Beschwerden häufig zunächst symptomorientiert, etwa mit Medikamenten. Coaching arbeitet in der Regel über Gespräche, Reflexion und bewusste Analyse. Die Hypnose arbeitet anders: Sie setzt nicht primär im rationalen Willenssystem an, sondern im Unterbewusstsein – also dort, wo emotionale Verknüpfungen, Prägungen, Stressmuster oder auch Schmerzgedächtnisse gespeichert sein können.
Gerade bei wiederkehrenden Belastungen reicht das reine Verstehen oft nicht aus. Viele Menschen sagen: Ich weiß eigentlich, was mir guttäte – aber ich setze es trotzdem nicht um. Genau hier kann Hypnosetherapie ansetzen, weil sie neue innere Verknüpfungen ermöglicht.
Wie messbar ist Hypnose überhaupt?
Jeanette Siegenthaler: In vielen Bereichen zunächst subjektiv, aber dennoch sehr konkret. Bei der Schmerzhypnose arbeiten wir zum Beispiel mit bekannten Schmerzskalen von 0 bis 10. Wenn jemand vor der Sitzung bei einer 7 liegt und danach bei einer 1, dann ist das eine klare Veränderung in der Wahrnehmung. Dazu kommen Rückmeldungen im Verlauf: Menschen melden sich noch Jahre später und sagen, dass eine Sitzung ihr Leben verändert hat.
Mich beschäftigt darüber hinaus schon länger die Frage, wie man diese Wirkung noch strukturierter erfassen kann – etwa mit standardisierten Vorher-Nachher-Abfragen oder mit diagnostischen Hilfsmitteln, die körperliche Belastung, Stressregulation oder Leistungsfähigkeit mit einbeziehen. Wirkung sollte nicht nur spürbar, sondern perspektivisch auch besser sichtbar werden.
Warum ist Hypnose trotz positiver Erfahrungen noch nicht stärker in der klassischen Medizin verankert?
Jeanette Siegenthaler: Ich glaube, das hat mehrere Gründe. Zum einen ist da die Geschichte der Hypnose selbst – sie wurde lange missverstanden oder nicht ernst genommen. Zum anderen ist sie schwerer greifbar als viele andere Verfahren. Man kann das Unterbewusstsein nicht röntgen oder direkt sichtbar machen. Aber man kann seine Wirkung deutlich erleben.
Dazu kommt: Hypnose braucht Zeit, Know-how und die Bereitschaft, sich mit der emotionalen und unbewussten Ebene eines Menschen auseinanderzusetzen. Das ist im heutigen Gesundheitssystem nicht immer leicht abzubilden. Ich habe aber den Eindruck, dass sich hier etwas bewegt. Je aufgeklärter Patientinnen und Patienten sind und je sensibler sie auf Nebenwirkungen oder Dauerbelastungen reagieren, desto größer wird das Interesse an ergänzenden, schonenden Verfahren.
Kann Hypnose eine medizinische Behandlung ersetzen?
Jeanette Siegenthaler: Nein, so würde ich das nicht formulieren. Hypnose ist für mich eine wertvolle Ergänzung. Sie ersetzt nicht pauschal medizinische Diagnostik oder notwendige Behandlungen. Aber sie kann dort sehr wirksam sein, wo emotionale Muster, Stressreaktionen, Angst, Schmerzverarbeitung oder innere Blockaden eine wichtige Rolle spielen. Gerade in einer ganzheitlichen Betrachtung des Menschen ist sie aus meiner Sicht hochrelevant.
Heisst eine wirksame Hypnosesitzung, dass danach alles von selbst läuft?
Jeanette Siegenthaler: Das kommt sehr auf das Thema an. Wenn beispielsweise eine Angst wirklich aufgelöst ist, dann ist sie weg. Dann muss nichts weiter gepflegt werden. Bei anderen Themen – etwa bei alten Mustern, Selbstwert, Selbstfürsorge oder gesundheitlichen Routinen – kann es sinnvoll sein, neue Verknüpfungen zu vertiefen, zum Beispiel über Selbsthypnose.
Der Unterschied ist: Vorher ist vieles nur Wille. Menschen sagen sich, sie sollten mehr auf sich achten oder etwas ändern – aber sie tun es nicht. Wenn sich in der Hypnose innerlich etwas verschiebt, fällt Veränderung plötzlich leichter, weil sie nicht mehr nur aus Druck oder Disziplin entsteht, sondern aus einem anderen Zugang zu zu sich selbst.
Du bietest auch Sporthypnose an. Ist das nur etwas für Leistungssportler?
Jeanette Siegenthaler: Nein, überhaupt nicht. Sporthypnose ist nicht auf Profisport beschränkt. Sie kann für Leistungs- und Hobbysportler genauso sinnvoll sein – bei Wettkampfdruck, Fokus, Regeneration, Verletzungsangst, Schmerzthemen oder mentalen Blockaden. Entscheidend ist immer das Vorgespräch. Dort zeigt sich, worum es wirklich geht.
Manchmal kommt jemand mit einem klaren Sportthema – und dahinter liegt ein anderes, tieferes Muster. Dann ist häufig zuerst die aufdeckende Hypnosetherapie gefragt. In anderen Fällen arbeiten wir sehr gezielt leistungsorientiert.
Was ist das Besondere an Sporthypnose?
Jeanette Siegenthaler: Sporthypnose arbeitet oft deutlich direkter in der Sprache. Sportlerinnen und Sportler sind es gewohnt, auf klare Anweisungen, Fokus und Leistungssignale zu reagieren. Wenn es um Performance am Tag X geht, braucht es eine andere Tonalität als in einer Sitzung, in der wir an einer frühen Angst oder einer alten Verletzung arbeiten.
Sprache ist in der Hypnose ein zentrales Werkzeug. Über sie transportieren wir Emotion, Aktivierung, Sicherheit und Zielklarheit. Wichtig ist mir dabei: Hypnose hat nichts mit sanfter Wohlfühlkulisse oder harmloser Entspannung im Kerzenschein zu tun. Sie ist therapeutische Arbeit.
Welche Rolle spielen heute Begriffe wie Nervensystemregulation, Imagination oder Embodiment?
Jeanette Siegenthaler: Eine sehr große. Gute Hypnose arbeitet genau mit diesen Faktoren: mit Vorstellungskraft, innerer Bereitschaft, körperlicher Wahrnehmung, Erwartung, Fokus und der Fähigkeit, sich auf innere Prozesse einzulassen. Der hypnotische Zustand selbst ist bereits ein Zustand, in dem das Nervensystem herunterfahren kann.
Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen dauerhaft unter Spannung stehen, ist das hochrelevant. Ich erlebe in der Praxis, dass es für viele schon ein wichtiger erster Schritt ist, überhaupt wieder in einen Zustand von innerer Ruhe und Zugänglichkeit zu kommen. Erst dann wird Veränderung möglich.
Du baust deine Arbeit in Uster weiter aus. Warum gerade dort?
Jeanette Siegenthaler: Weil ich in Uster lebe und eine enge Verbindung zur Stadt habe. Gleichzeitig bringe ich dort bereits ein starkes berufliches Fundament mit: Ich habe mehr als ein Jahrzehnt im Spital Uster gearbeitet und dort die Ernährungsberatung geleitet. Dadurch kenne ich die Region, ihre Menschen und viele Schnittstellen im Gesundheitsumfeld sehr gut.
Uster ist aus meiner Sicht ein spannender Standort, weil hier vieles zusammenkommt: eine wachsende Bevölkerung, viele Pendlerinnen und Pendler Richtung Zürich, ein hoher Fachkräfteanteil, ein sportaffines Umfeld und gleichzeitig ein großes Bedürfnis nach Erholung, Gesundheit und Ausgleich. Genau in so einem Umfeld steigen Themen wie Erschöpfung, Stress, Schlafprobleme, Leistungsdruck und mentale Belastung.
Was beobachtest du konkret in einer Stadt wie Uster?
Jeanette Siegenthaler: Viele Menschen leisten sehr viel. Sie arbeiten, pendeln, organisieren Familie, wollen gesund leben und funktionieren oft lange, bevor sie sich Hilfe holen. Gleichzeitig ist Uster eine Stadt mit hoher Lebensqualität, viel Natur, Nähe zum Wasser und einem ausgeprägten Bewusstsein für Gesundheit.
Diese Kombination ist interessant: Menschen suchen Erholung und Ausgleich – und verlieren trotzdem im Alltag oft das Gespür für sich selbst. Genau dort möchte ich ansetzen: Menschen darin zu unterstützen, wieder bei sich anzukommen, sich selbst ernster zu nehmen und mentale Gesundheit nicht erst dann zum Thema zu machen, wenn gar nichts mehr geht.
Welche Rolle wird Hypnosetherapie künftig spielen?
Jeanette Siegenthaler: Ich bin überzeugt, dass ihre Bedeutung zunehmen wird. Nicht als Wundermittel, sondern als seriöser Bestandteil einer ganzheitlichen Gesundheitsbegleitung. Die Belastungen im Alltag steigen, das Nervensystem vieler Menschen steht unter Dauerstress, und gleichzeitig wächst der Wunsch nach schonenden, wirksamen und individuell passenden Lösungen. Hypnose kann hier sehr viel leisten – vorausgesetzt, sie wird professionell, verantwortungsvoll und mit klarem therapeutischem Anspruch eingesetzt.
Fragen? Gerne an js@erpse.ch.
