„Die hybride Teilnahme an unseren Lehrgängen funktioniert hervorragend – wenn die Teilnehmenden sich einbringen“
Wie gut funktioniert eine Ausbildung, wenn man nicht vor Ort in einem Raum sitzt? Jeanette Siegenthaler, Ernährungsspezialistin BSc, Dozentin im Lehrgang erpse Diagnostiker und Co-Geschäftsführerin, über eine Besonderheit beim erpse Diagnostiker-Lehrgang, wie hybride Teilnahme gelingt – und worauf es wirklich ankommt, damit Lernen auch online professionell bleibt.
Immer wieder kommen Fragen zur Online-Teilnahme an den erpse Lehrgängen, insbesondere am erpse Expert:in-Kurs ab 19. März und am erpse Diagnostiker-Lehrgang ab 10. April, beide in Winterthur. Wie gut ist denn eine erpse Ausbildung, wenn man – mit Ausnahme der Testing-Tage – hybrid von zu Hause teilnimmt?
Abgesehen von den haptischen Messungen, die logischerweise Präsenz erfordern, ist die hybride Teilnahme absolut möglich. Die Teilnehmenden erhalten einen Zoom-Link, alle acht Stunden Unterricht an den Tagen werden jeweils aufgezeichnet und stehen im Anschluss zur Verfügung. Das ermöglicht Flexibilität und die Chance für alle zur Vertiefung. Hybrid ist für uns allein schon aufgrund der Nachfrage vor allem auch von Teilnehmenden, die nicht aus der Schweiz kommen oder nicht immer Präsent ein integraler Bestandteil der Ausbildung.
Gibt es Besonderheiten bei einzelnen Kursen, beispielsweise beim Diagnostiker-Lehrgang in Winterthur?
Ja, besonders für Schweizer Teilnehmende an diesem Lehrgang relevant: Wir streben die EMR-Anerkennung an, damit Leistungen über Zusatzversicherungen abgerechnet werden können. Dafür sind 50 % Präsenzunterricht vorgeschrieben – allerdings nur im Diagnostiker-Lehrgang, nicht im Experten für Sport- und Präventivernährung. Diese Präsenzanforderung müssen wir berücksichtigen.
Einige befürchten, dass online die Interaktion leidet. Wie gelingt Austausch und Vernetzung im hybriden Setting?
Das ist tatsächlich der entscheidende Punkt, der ein wenig Konsequenz erfordert. Ich kenne es selbst: Kamera aus, nebenbei noch etwas erledigen. Das ist dann schade. Wir sprechen unsere „Zoomler“, wie ich sie liebevoll nenne, aktiv an. Mir ist es als Dozentin wichtig, in Gesichter zu schauen – auch digital. Wir arbeiten mit Breakout-Sessions, bilden Online-Lerngruppen und schaffen bewusst Räume für Austausch. Was vor Ort in der Pause passiert, ermöglichen wir online strukturiert. Das Netzwerk entsteht nicht zufällig – wir fördern es aktiv.
Bis zu welchem Zeitpunkt kann man hybrid noch gut einsteigen oder Module nachholen?
Modul 1 und 2 im Diagnostiker-Lehrgang sind elementar. Dort legen wir die soziodynamische und psychologische Basis der erpse Diagnostik. Ein späterer Einstieg ist grundsätzlich möglich – aber wenn es irgendwie geht, empfehle ich, bei diesen beiden Modulen präsent zu sein. Sie tragen das gesamte weitere Verständnis. Bei fortlaufenden Modulen ist es weniger kritisch, online nachzuarbeiten.
Dann wird die Vor- und Nachbereitung über die erpse Academy umso wichtiger.
Richtig. Vor allem Vorbereitungsvideos sind bewusst so konzipiert, dass sie Grundlagen schaffen, auf denen wir im Unterricht aufbauen. Wer sie nicht anschaut, merkt schnell, dass eine Lücke entsteht. Deshalb stellen wir sie frühzeitig bereit und halten sie kompakt. Es soll zeitlich machbar sein. Neu ist unser Online-Campus: ein Lernraum mit Chat, Lerngruppen, Quiz zu Anatomie, Physiologie, Hormonen. Das vertieft Inhalte zusätzlich – unabhängig vom Teilnahmeformat.
Wie schafft ihr eine gemeinsame Wissensbasis, wenn Teilnehmende unterschiedliche Hintergründe mitbringen?
Genau dafür sind die Vorbereitungsvideos gedacht. Sie schaffen ein Fundament, das wir im Unterricht vertiefen. Und selbst wenn jemand sehr kurzfristig einsteigt: Das ist kein Hindernis. Über unseren neuen Online-Campus können gezielt Defizite – etwa in Chemie oder Physiologie – im Eigenstudium aufgearbeitet werden.
